| Der Hunnensturm, 374- 454 / Koenig Attila, 441 - 454 | |||
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Die
Geschichte hat selten ein Volk gesehen, dass wie die Hunnen aus dem Nichts
kam und, kaum hundert Jahre spaeter, wieder darin verschwand. Dennoch
hat kein anderes Volk die Europaeer aehnlich beeindruckt, wie die geheimnisvollen
Hunnen. Der rasante Hunnensturm und der Siegeszug ueber die germanischen
und romanischen Voelker, ist allenfalls vergleichbar mit dem Angriff der
Mongolen in Europa, obwohl deren Reich (begruendet durch Temudschin, Dschingis-Khan,
1196) wesentlich bestaendiger und nach dem Tod Timurs (1405) nicht voellig
von der geschichtlichen Bildflaeche verschwand. Die Hunnen aber, wurden
nach ihrer finalen Niederlage gegen die Germanen wieder von den bulgarischen
und russischen Steppen, woher sie gekommen waren, verschluckt.
Es ist nicht viel, was wir wirklich ueber sie wissen. Obwohl wir uns in einer Zeit befinden, in der zwei Metropolen (naemlich West- und Ostrom, also Rom und Byzanz) um die Vorherrschaft im ehemaligen vereinigten roemischen Reich rangen, und obwohl beide Staedte Kulturzentren mit vielen Gelehrten waren, erhalten wir ueber die Hunnen nur selten ungefaerbte Berichte. Die Schnelligkeit und die Grausamkeit, mit der die Hunnen ueber das ueberraschte Europa herfielen, ihr ungewohnter Koerperbau, ihre noch nie gesehene Gesichtsform und ihre Art zu leben, sorgten dafuer, dass die zeitgenoessischen Geschichtsschreiber Daemonen oder unkultivierte Barbaren aus ihnen machten. Da die Hunnen keine eigene Geschichtsschreibung kannten, muessen wir uns mit diesen Texten begnuegen. Woher kamen die Hunnen? "Sie waren unter uns, ohne dass wir wussten, woher sie kamen. In den Brunnen der Goetter traenkten sie ihre Pferde. Auf den Stufen der Tempel nahmen sie unsere Frauen. An den Saeulen unserer Stadt zerschmetterten sie die Haeupter unserer Kinder. Nackt ueber die Haelse der Pferde geworfen, so verliessen unsere Toechter Antiochia. Wir werden sie nie wiedersehen." Was aber war nun so erschreckend
und "daemonisch" an den Hunnen? Kommen wir nun zu dem Zweikampf zweier Maenner, die das Schicksal des roemischen Reiches und des Hunnenvolkes entscheiden wuerden:Attila und Aetius. Aetius war wohl fuenf bis zehn Jahre aelter als sein grosser Kontrahent Attila. Er war nicht von allzuhoher Geburt, nicht einmal in Rom wurde er geboren, sondern irgendwo an der Donau auf heutigem bulgarischem Staatsgebiet. Sein Vater war Gaudentius, ein Germane, der als General im Dienste der Roemer zu recht hohen Ehren gekommen war, dem aber seine Abkunft bei seinem Aufstieg immmer im Wege stand. Aetius Mutter, eine Italienerin aus wohlhabenden Hause, liess Aetius klassisch ausbilden und der Junge zeigte sich sehr gelehrig. So war er gut bewandert in den griechischen und lateinischen Klasssikern. Seine Karriere verlief recht schnell, denn er wurde von dem halb-germanischen Heerfuehrer und Feldherren des Kaisers Honorius Stilicho gefoerdert, an welchem sein Lehensherr schliesslich schmaehlich Verrat begehen wuerde. Um 407 herum ging Aetius als koenigliche Geisel (eher eine Art Diplomat) an den Hof des Westgoten-Koenigs Alarich, der gerade den Balkan verwuestet hatte und nun mehrmals, seine westgotischen Scharen hinter sich, ueber Italien herfallen wuerde, 410 sogar Rom eroberte. Hier knuepfte er wohl wichtige Bekanntschaften, ohne die ein spaeteres Zusammenarbeiten der Westgoten und Roemer zur Abwehr der Hunnen wohl kaum erklaerbar waere. Spaeter ging Aetius auch zu den Hunnen als Geisel. Er muss schon eine erstaunliche Person gewesen sein, denn auch mit den Hunnen kam er offenbar sehr gut aus. Er wird ihre Sitten und Gepflogenheiten kennengelernt haben, sogar ihre Sprache hat er wahrscheinlich, zumindest in Ansaetzen, gelernt. Spaeter wuerden ihm die Hunnen unbezahlbare Dienste als Verbuendete leisten. Das erste mal nutzte er ihre Dienste aus, als 425 Kaiser Honorius (dessen Tod wohl ein Segen fuer das Reich war) starb. Ein gewisser Johannes rief sich selbst zum Kaiser aus und Aetius, der seine Chance witterte, unterstuetzte ihn. Er ging zu den Hunnen und warb 10000 ihrer Krieger als Armee fuer seinen Favoriten an. Mit ihnen zog er nach Italien bis vor Ravenna, der Reichshauptstadt. Doch Aetius hatte sich verspekuliert: von Ostrom unterstuetzt, hatte sich mittlerweile der kleine Valentianus unter der Obhut seiner Mutter Galla Placidia (Schwester des Honorius) durchgesetzt, Johannes war geschlagen und hingerichtet worden. Erneut zeigte sich Aetius als ausserordentlich geschickter Poltiker und Intrigant und erwiess sich somit dem Erbe der "grossen" Roemer (wie "gross" sie auch immer gewesen sein moegen) Marius, Sulla oder Caesar, als wuerdig. Anstatt gemeinsam mit seinen 10.000 Barbaren als Umstuerzler unterzugehen, arrangierte er sich mit Galla Placidia und siedelte die Hunnen zum Dank fuer ihre Unterstuetzung in Paionnien an. Er hoffte, dass sie ihre Expansionsgelueste in Zukunft an Ost-Rom und Konstantinopel auslassen wuerden, womit er vorlaeufig Recht behielt. Aetius Aufstieg liess sich nun nicht mehr aufhalten. In Gallien kaempfte er gegen allerlei Barbaren, wie Westgoten, Franken, Alanen, Sueben, Vandalen und andere, immer mit Unterstuetzung hunnischer Verbaende. Bald wurde er Heeresmeister und somit unangefochtener oberster Militaer. Er liess einen aufsaessigen Consul ermorden und bald darauf liess er sich selbst zum Consul machen. Der Galla Pacidia wurde diese Machtanhaeufung wohl langsam unheimlich und so versuchte sie Aetius loszuwerden. Sie enthob ihn aller Aemter und Wuerden. Aetius floh zu den Hunnen, die ihn mit einem Heer unterstuetzten. Aetius zog also sogleich gegen Ravenna, wo er den Bonifatius, den Galla Placidia anstatt seiner zum Heeresmeister gemacht hatte, vernichtend schlug. Jener Bonifatius hatte schon frueher mit Aetius um die Gunst des Kaiser gebuhlt, unterlag in Afrika jedoch den 429 einbrechenden Vandalen, wodurch er vorlaeufig ins Hintertreffen geraten war. Doch auch am Ende ihrer Auseinandersetzungen blieb Aetius Sieger. Von nun an fuehrte in der roemischen Politik kein Weg mehr an Aetius vorbei. Von 433 bis 450 war er Heeresmeister, Consul, Patrizius und Reichsverweser in einer Person, er regierte sozusagen als Quasi-Kaiser. Ein weiteres Mal bewiesen die Hunnen ihre Ergebenheit Aetius gegenueber, bei der Vernichtung der Burgunder. Diese hatten sich dem Aetius nicht unterworfen und es sogar gewagt, hunnische Grenztruppen anzugreifen. Die Rache war grausig: die Burgunder, die glaubten, nichts von Aetius befuerchten zu haben, wurden den Hunnen ausgeliefert, die ihr Reich ausloeschten (436, sagenhafter Tod Koenig Gunthers). Der klaegliche Rest der Burgunder wurde problemlos an Saone und Rhone angesiedelt. Bei der Abschlachtung der Burgunder muessen Attila und Aetius noch zusammengearbeitet haben, was sie nicht mehr tun wuerden, wenn Attila erst einmal die Alleinherrschaft an sich gerissen haben wuerde. Attila, ungefaehr fuenf Jahre juenger als Aetius muss circa 395/396 als Neffe Koenig Rugilas geboren worden sein. Anders als seine Vorvaeter wurde er nicht mehr auf der grossen Wanderung geboren, sondern zu einem Zeitpunkt, als die Hunnen schon relativ zur Ruhe gekommen waren. 410 ging er als Geisel an den kaiserlichen Hof des Honorius zu Ravenna. Die Stellung von koeniglichen oder adeligen Geiseln war damals allgemein ueblich, um sich der Friedfertigkeit eines Vertragspartners zu versichern. Solche Geiseln wurden aber nicht etwa in Verliessen eingesperrt, sondern wie Soehne des echten Hofstaates behandelt und erzogen. So lernte Attila die praechtige Kultur des kaiserlichen Hofes aus naechster Naehe kennen und verbrachte eine unbeschwerte Jugend in Norditalien. Er erlernte die lateinische Sprache und lernte das Christentum kennen. Somit wurde Attila spaeter ein idealer Buendnispartner Roms, um dann sein gefaehrlichster Feind zu werden. Im Jahre 434 starb Koenig Rugila und seine Macht
ging auf seine beiden Neffen Attila und dessen Bruder Bleda ueber.
Attila bewies, vielleicht mit seiner Teilnahme an der Vernichtung der
Burgunder, sogleich, dass er sich als Kriegsherr und Eroberer fuehlte.
Bleda war ein ungleich sanfterer Herrscher und fuehrte kaum einen Kriegszug. Ostrom war als erstes an der Reihe. 447 brachte ein Erdbeben die gewaltigen Festungsmauern Konstantinopels zum Einsturz. Attila hielt die Gelegenheit fuer guenstig, in das Ostroemische Reich einzufallen. Attila verwuestete zwar wieder einmal den Balkan, konnte jedoch keine entscheidenden Siege gegen die Truppen Ostroms erzielen. Konstantinopel gewann Zeit, und die Stadtmauern konnten wieder errichtet werden. Als man 450 schliesslich bereit war, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, fiel der ostroemische Kaiser Theodosius II. vom Pferd und starb. Sein Nachfolger wurde Marcianus, ein alter Soldat, dem nichts weiter entfernt gelegen haette, als mit den Hunnen Frieden zu schliessen. Er machte Attila klar, dass dieser entweder mit einigen spaerlichen Geschenken abziehen sollte, oder dass er Konstantinopel mit Waffengewalt nehmen muesse. Attila, der einen bisher wenig erfolgreichen Feldzug gefuehrt hatte (schliesslich war der Balkan durch diverse Pluenderungen ausgezehrt und verarmt), war unter Druck, da er seinem Volk und den Verbuendeten schnellstens reiche Erfolge vorsetzen musste, um sie bei der Stange zu halten. Wieder die muehselige Belagerung scheuend, suchte er sich ein neues Ziel fuer seinen Eroberungsdrang: Gallien. Den Vorwand hierfuer lieferte ihm eine Frau. Die Schwester des westroemischen Kaisers Valentianus III. erwartete ein uneheliches Kind. Veraergert schickte man sie an den ostroemischen Hof. Die junge Mutter wollte aber unbedingt fort von Ostrom und sandte einen Brief an Attila, dem sie ihre Liebe gestand, und den sie bat, sie zur Frau zu nehmen. Attila, dessen Harem zwar schon von etlichen Frauen bevoelkert war, ging dennoch dankbar auf diesen Vorschlag ein und forderte von Valentianus die Hand seiner Schwester. Dieser holte die bockige Verwandte zurueck nach Rom, verheiratete sie ohne Nachfrage mit einem anderen und entzog Attila zusaetzlich noch den Titel eines roemischen Heerfuehrers ("Magister militium"). Der erboste Attila, der nun in die unagenehme Lage geraten war, vor seinen Verbuendeten brueskiert worden zu sein, forderte weiterhin die Hand der kaiserlicher Schwester, und als Mitgift verlangte er Gallien. Eben dieses gedachte er sich selbst zu holen, als die Roemer, unter der faktischen Fuehrung des Aetius, nicht auf seine Forderungen eingingen. Mit einem gewaltigen Heer, bestehend aus Hunnen, Ostgoten, Gepiden und Alanen zieht Attila aus Pannonien bis nach Germanien. Er bereitet den Rheinuebergang vor und wird von den ansaessigen Alemannen angegriffen, die er in dem unwegsamen Gelaende nicht zu einer vernichtenden Schlacht stellen kann. Ihre Guerilataktik ist fuer Attilas Heer aeusserst Nervenaufreibend. Germanisch-roemische Staedte und Siedlungen werden erobert und gebrandschatzt, vor allem Trier. <> Inzwischen in Gallien, pluendert Attila Metz. Der Tag geht in die Stadtanalen als "blutiger Ostermontag" ein. Der Bischof von Reims zieht ihm psalmensingend mit seinem Gefolge entgegen, um ihn zur Umkehr zu bewegen. Dem tapferen Bischof wird das Haupt abgeschlagen, Reims faellt ebenso wie etliche kleinere Staedte. Bei Paris wird Attila von singenden geistlichen angeblich zur Umkehr bewogen, wahrscheinlich aber handelt er aus taktischen Gruenden und sieht von der muehseligen Belagerung der Stadt ab. Attila zieht vor Orleans. Diese Stadt belagert er wochenlang und es kommt zu vereinzelten blutigen Scharmuetzeln. Die Stadt ist der Uerbergabe nahe, als das Wunder geschieht. Aetius hatte inzwischen alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Verbuendete
zu finden. Die staendig revoltierenden Westgoten gingen schliesslich
im Angesichte der Bedrohung ein Buendnis mit den Roemern ein, und zogen
gegen Attila, der drauf und dran war, ihre Siedlungsgebiete zu erobern.
Die siegessicheren Hunnen wurden vor den Toren Orleans von der aufziehenden
westgotischen Heeresmacht ueberrascht, bei denen sich zu diesem Zeitpunkt
vielleicht noch nicht einmal die westroemischen Verbuendeten unter Aetius
befanden, und mussten sich unter blutigen Verlusten zurueckziehen.
Dort, wo sie eine Feldburg errichtet hatten, auf den Katalaunischen
Feldern, kam es zur grossen Schlacht. Auf dem Hoehepunkt der Schlacht wird der Westgotenkoenig Theoderich erschlagen (vermutlich von einem Gepiden, nicht von einem Hunnen). Attila zog sich mit seinen Hunnen in eine Feldburg zurueck, die er vielleicht selbst als Rueckzugsmoeglichkeit errichtet hatte, die allerdings vielleicht auch von den 407 in Gallien einfallenden Germanen gebaut wurde. Die Schlacht war beendet und zehntausende, hauptsaechlich Germanen, fanden den Tod. Attilas Truppen hielten der Belagerung stand. Die Westgoten hatten genug von dem Kampf und zogen sich zurueck. Aetius liess Attila ohne nennenswerte Verluste fliehen. Der ausgefuchste Aetius wollte die Hunnen vermutlich nicht zu sehr schwaechen, da er sie wohl noch oft zum Kampf gegen aufsaessige Germanenstaemme zu benutzen gedachte. Er wollte die bestehenden Kraefteverhaeltnisse nicht noch weiter verschieben, denn bisher sah es so aus, als sei er als alleiniger Gewinner aus der Auseinandersetzung hervorgegangen. Dass Attila eine die wenig verlustreiche, aber schmerzende Niederlage recht gut verkraftete, bewies er, indem er schon ein Jahr nach seinem Gallienfeldzug mit einer erneut gesammelten Armee in Oberitalien einfallen konnte. Die Hunnen stuermten und zerstoerten Aquileia. Die Bewohner der Stadt flohen in die nahe gelegenen Suempfe und Marschlande und die Fluechtenden sollen sich mit "Veni etiam" ("Bis hierher gekommen") gegruesst haben. Die von ihnen gegruendete Stadt sollte Venedig heissen. Die Hunnen aber zerstoerten Pavia, Vicenza, Verona, Mantua und Mailand und hinterliessen veroedetes Land. Dann bricht Papst Leo I. aus Rom auf, um den hunnischen Fuersten daran zu hindern nach Mittelitalien einzufallen und Rom zu pluendern. Sie treffen am Fluesschen Mincio zusammen und Leo, der desshalb den Beinamen "der Grosse" erhalten wuerde, kann Attila tatsaechlich von seinem Zug auf Rom abbringen. Dieses Ereignis wird als grosser Sieg der Christenheit ueber die heidnischen Daemonen gefeiert, angeblich ist Attila beeindruckt von dem Christengott und zieht es vor, sich nicht mit ihm zu messen. Allerdings wird bei einer solchen Darstellung vergessen, dass Papst Leo Attila, der nach seiner gallischen Niederlage einen schnellen Erfolg brauchte, ganz Norditalien mit Stadt, Land und Kloestern zur freien Pluenderung preisgab. Attilas Hunnen konnten sich ohne Gegenwehr bereichern und der hunnische Koenig musste nicht wieder eine laestige Stadtbelagerung durchfuehren. Ausserdem war Mittelitalien wenig ergiebig und Rom war erst 408 durch die Westgoten gepluendert worden. Seuchen machten sich in den verarmten Gebieten breit, und so ist es wahrscheinlich, dass Attila die scheinbare Macht des christlichen Glaubens als Vorwand benutzte, um sich ohne Ehrverlust gewinnbringend zurueckziehen zu koennen. 453 ist das Todesjahr Attilas. Er heiratet die Tochter eines Germanenfuersten und verstirbt in der Hochzeitsnacht, vermutlich am eigenen Erbrochenen, womit den beruehmten Attila, der Schrecken der Voelker, das selbe Schicksal ereilt, wie den legendaeren Drummer von Led Zeppelin. Sein Tod bezeichnete auch den Zerfall der hunnischen Macht und den Bruch mit den germanischen Verbuendeten. Attilas Nachkommen bekriegten sich untereinander und Goten- und Gepidenfuersten wollten seine Nachfolge antreten. Um 454 kam es zu einer entscheidenden Schlacht am pannonischen Fluss Nedao. Die Gepiden unter Koenig Ardarich traten gegen eine hunnisch-ostgotische Koalition an. Die Gepiden siegten und das Hunnische Reich hoerte auf zu existieren, die Ostgoten flohen ins Römerreich, wo sie in Pannonien angesiedelt wurden (zum Unglueck Roms, den unter dem Ostgotenkoenig Theoderich dem Grossen wuerden sie Italien bis 493 erobert haben und ihr Reich gruenden). Die Sieger dehnten ihre Macht bis in die Theis Ebene bis nach Siebenbuergen aus und gruendeten in dieser Gegend ihr Reich. Die Reste der besiegten Hunnen aber flohen in die bulgarischen Steppen, wo sie mit anderen Nomadenvoelkern das bulgarische Reich gruenden wuerden. Ein anderer Teil der Hunnen wurde auf ostroemischen Gebiet angesiedelt und hatte stark unter den Roemern und Germanen (Ostgoten) zu leiden. Ein letztes Aufgebot kaempfender Hunnen, unter Attilas Sohn Dengizik, zog 469 erneut gegen Ostrom und wurde vernichtend geschlagen, Dengizik fiel. Bis auf einige versprengte, angesiedelte Reste, verschwand das Volk der Hunnen wieder im Dunkel der Geschichte, ebenso schnell, wie es einst aus den russischen Steppen ans Licht hervorgebrochen war. Was war das Ergebnis des Hunnensturms und
seines ploetzlichen Zusammenbrechens? Die Westgoten zogen vom Balkan aus nach Italien (401-403) und eroberten
Rom (408-410), eine militaerische Leistung, an der die Hunnen gescheitert
waren, aber im spaeteren noch von zwei weiteren Germanenstaemmen wiederholt
werden sollte. 410-415 eroberte Athaulf grosse Teile Galliens und Spaniens
und gruendete das Tolosanische (von der Hauptstadt Toulouse) Westgotenreich,
das erst 711 unter dem Druck der Araber zusammenbrach. Christian Ilaender, April 1996. Verbessert wurde der Text auf Anregungen von Norbert Schmidt, Maerz/April 1997.
Die Hunnen
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